SPD Fraktion: Vilbel soll fairen Handel unterstützen

Ja zur „Fairtrade-Town“ – Vorteile für Kommune und Zielländer

Bad Vilbel – Neuer Anlauf: Die Vilbeler SPD bringt erneut das Thema „fairen Handel“ auf die Tagesordnung in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Die Fraktion beantragt, dass sich die Stadt intensiv mit dem Thema Fairtrade befasst. Ziel müsse es sein, dass sich die Stadt um den Titel „Fairtrade-Town“ bewirbt.

Mit Bedauern hatte die SPD-Fraktion zuvor zur Kenntnis nehmen müssen, dass ein gleich lautender Antrag von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt wurde. „Wir geben jedoch nicht auf“, betont die Stadtverordnete Isil Yönter, die zusammen mit Walter Lochmann den Antrag federführend erarbeitet hat: „Das Thema ist zu wichtig, als dass wir es ruhen lassen wollen“.

Für Fraktionschef Christian Kühl ist die Ablehnung des Antrags aus mehreren Gründen unverständlich: Zum Einen förderten „Fairtrade-Towns“ gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus der Bürgerschaft, der Politik, den Vereinen, Kirchen und der Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Kommune stark machen. Yönter: „Gerade in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, dass wir als Kommune das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handlungsstrukturen schärfen und eine Initialzündung geben“.

Zum Anderen, so Kühl, könne man nicht darüber klagen, dass sich weltweit immer mehr Menschen auf die Flucht begeben, weil sie sich und ihre Familien nicht mehr ernähren können: „Fairer Handel und gezielte Entwicklungshilfe tragen dazu bei, dass deren Wirtschaft und damit die Länder gestärkt und stabilisiert werden“.

Isil Yönter ergänzt: „Fairtrade verbessert die Einkommenssituation und bringt mehr finanzielle Stabilität für Kleinbauernfamilien vor allem in südlichen Ländern, aber groß gedacht auch weltweit. Dadurch wird die Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme der Produzent/innen gestärkt. Fairtrade führt auch zu geregelten Arbeitsbedingungen und verbessertem Gesundheitsschutz auf Plantagen und fördert die natürlichen Ressourcen und die Landwirtschaft“.

Die SPD-Fraktion hat sich in der letzten Zeit intensiv mit den Anforderungen für die Zertifizierung als Fartrade-Town befasst. „Die Teilnahme an der Fairtrade-Kampagne bietet auch für Bad Vilbel zahlreiche Vorteile. Es gibt in Deutschland allein 535 „Fairtrade-Towns“, zahlreiche Gemeinden und Städte sind noch im Bewerbungsverfahren. Dies belegt, dass die Teilnahme an der Kampagne der Stadtschuss für ein faires, nachhaltiges Engagement in unserer Stadt sein kann. Letztendlich wäre es auch im Hinblick auf den Hessentag ein wichtiges Zeichen, dass wir uns um diesen Titel bemühen“, ist sich der Fraktionsvorsitzende Christian Kühl sicher.

Für die Zertifizierung als „Fairtrade-Town“ müssen fünf Kriterien erfüllt sein, die die SPD-Fraktion im Haupt- und Finanzausschuss vorstellen wird. Zum Beispiel muss eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Town“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

„Wir hoffen sehr, dass die regierenden Parteien diesmal den Antrag ernster nehmen, als bei unserem ersten Versuch, den Fairtrade ist ein sehr wichtiges und nachhaltiges Thema“, mahnt Kühl und regt mit dem Antrag eine ernsthafte Auseinandersetzung an. Yönter abschließend: „Die Stadt Bad Vilbel würde vorbildlich soziale Verantwortung übernehmen und sich als innovative und weltoffene Kommune positionieren“.

 

 

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