Gronau: Wo bleibt der versprochene Nahversorger?

Mirjam Fuhrmann, Portrait
Mirjam Fuhrmann

Der Laden kommt. So lautete vor mehr als einem Jahr die knallige und vielversprechende Schlagzeile in der örtlichen Presse. Die CDU der Stadt Bad Vilbel und der CDU-Ortsverein Gronau schrieben sich dabei etwas auf ihre Fahne, was die regierende Partei jahrzehntelang verschlafen oder verschleppt hatte.

In zahlreichen Anträgen hat die SPD Gronau im Ortsbeirat darauf hingewiesen, dass es in dem stetig wachsenden Stadtteil keinen Bankautomat, keinen Arzt und keine Apotheke gibt. Größtes Problem für die Gronauerinnen und Gronauer ist seit der Schließung des familienbetriebenen Lebensmittelladens aber, dass es im Ort, abgesehen von Metzgereiprodukten, keine Möglichkeit gibt, Lebensmittel oder eine Zeitung zu kaufen. Für einen Ort, den die CDU in ihren Hochglanzbroschüren gerne als besonders familienfreundlich rühmt, ein Armutszeugnis.

Ein von der Gronauer SPD initiierter Diskussionsabend zum Thema fehlende Infrastruktur wurde von der örtlichen CDU-Führung als Scheindebatte verspottet.
Ein Jahr lang war es um den „Laden, der kommt“ still geworden und die SPD befürchtete schon, „dass es dem für Gronau so wichtigen Projekt genau so ergeht, wie dem mit großem Tam-Tam angekündigten Natur-Spielplatz im Gronauer Neubaugebiet. Das Grundstück erwies sich unter anderem aus Naturschutzgründen als völlig ungeeignet und wurde stillschweigend beerdigt“, sagt SPD-Stadtverordnete und Ortsbeirätin Mirjam Fuhrmann.

Immerhin das Ladenprojekt scheint nicht „tot“ zu sein. Der Magistrat hat kürzlich eine Ausschreibung veröffentlicht, nach der ein Bauträger gesucht wird, der das Grundstück in Nähe des Bahnhofs entwickelt. Nach Ansicht des SPD-Ortsbezirksvorsitzenden Gerd Rinck wirft das Papier eine Menge Fragen auf. „Wir haben Zweifel, dass ein Bauträger sich mit dem nötigen Nachdruck gleichzeitig um den Bau von Wohnungen, die Errichtung von Park-and-Ride-Plätzen und die Ansiedlung eines Ladens (Nahversorgers) sowie einer Arztpraxis, Apotheke und eines Bankautomaten kümmert. Das sind Dinge, um die sich die Stadtregierung kümmern muss, die nicht einfach auf einen Immobilienentwickler abgewälzt werden sollten“, sagt Rinck. Bei einem Scheitern der Projekte stehle sich die Stadt aus der Verantwortung.

Große Zweifel hat die Gronauer SPD auch an dem Vorhaben, einen Laden mit einer Verkaufsfläche von nur 200 qm  zu planen. Ob das für einen Lebensmittelkonzern überhaupt attraktiv ist, ist höchst fraglich.

Aus all diesen Gründen stellt die SPD für die kommende Ortsbeiratssitzung den folgenden Antrag:

In der nächsten Ortsbeiratssitzung soll der Magistrat ausführlich Auskunft über das Vorhaben geben und auch darüber berichten, was in den vergangen zwölf Monaten unternommen wurde, um das Projekt in Gang zu bringen.

Die SPD beantragt außerdem, den Radweg zwischen Gronau und der Kernstadt zu beleuchten. Nach Ansicht der Sozialdemokraten ist die Technik so weit fortgeschritten, dass Solarleuchten mit integrierten Bewegungsmeldern installiert werden können, so dass die befürchtete „Lichtverschmutzung“ keine Rolle mehr spielt. Für die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern ist eine Beleuchtung unumgänglich, so die Sozialdemokraten. Insbesondere Radfahrer werden durch den parallel laufenden Autoverkehr geblendet. „Bei Dunkelheit fährt man praktisch blind“, sagt Fuhrmann, „außerdem wäre eine Beleuchtung auch für die Sicherheit von Fußgängern förderlich“.

Die Gronauer SPD greift auch ein weiteres brennendes Thema für Gronau auf. In der Hauptstraße soll der Autoverkehr möglichst durch eine Radaranlage gebremst werden.

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