Herbstempfang der SPD Bad Vilbel mit Kaweh Mansoori

Für einen Abend mit einem spannenden Gast lud die Bad Vilbeler SPD am Mittwochabend zum Herbstempfang nach Dortelweil. Stadtrat und SPD-Ehrenvorsitzender Udo Landgrebe hatte Kaweh Mansoori in die Quellenstadt eingeladen. Der Vorsitzende der SPD-Südhessen kandidiert kommendes Jahr für den Bundestag und  ist sich sicher: Nur mit Ecken und Kanten wird die SPD erfolgreich.

Fast alle Stühle im Dortelweiler Kultur- und Sportforum sind von SPD-Mitgliedern und Interessierten besetzt. Denn Kaweh Mansoori hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Der Wirtschaftsanwalt begann einst als Landesschulsprecher, führt nun die SPD Hessen Süd und möchte 2021 in den Bundestag. „Mein Bundestagswahlkreis grenzt an Bad Vilbel. Ich werde also hoffentlich in guter Nachbarschaft Politik machen“, begrüßt Mansoori die Gäste. Seine Eltern hätten nach der Einbürgerung in den 80er-Jahren zum ersten Mal eine freie demokratische Wahl erlebt. Als Kind habe er das mitbekommen und sei davon bis heute tief geprägt. „Viele Herausforderungen müssen nun bewältigt werden. Auf diese müssen wir Antworten geben“, meint Mansoori. Demokratie tue es seiner Meinung nach nicht gut, eine „Dauerregierung“ zu haben wie die Groko sie seit Jahren bildet. Mobilität sei ein Thema, so Mansoori, bei dem nun mutige und ambitionierte Ziele verfolgt werden müssen. „Elektroroller für den letzten Kilometer gibt es bereits in den Städten. Denkbar sind Mietfahrzeuge auf dem Land an Bahnhöfen oder Lösungen wie Bürgerbusse oder Ruftaxis.“ Das würde die Mobilität nicht nur umfassend verbessern und flexibler machen, sondern auch das Klima schützen. „Die Aufgabe der Politik ist es, den Wandel zu organisieren. Auseinandersetzungen sind keine Frage der Machbarkeit, sondern des Willens“, findet Kaweh Mansoori. Nächstes Jahr bei der Bundestagswahl werde es für die SPD darum gehen, die Stärkung des Sozialstaates zu fordern. Viele Menschen hätten während der Corona-Krise die Vorzüge des Sozialstaates schätzen gelernt. „Doch muss der Sozialstaat  konsequent weiterentwickelt werden, beispielsweise mit einer Bürgerversicherung.“ Auch das Thema Wohnen gehöre dazu: „Wohnen muss wieder Grundrecht sein, keine Kapitalanlage“, fordert der junge Sozialdemokrat. Generell hätten sich Realwirtschaft und Finanzwirtschaft weit auseinander entwickelt. Das Steuersystem funktioniere nicht mehr. „Wir müssen im Wahlkampf deutlich machen, dass die Arbeitnehmer entlastet werden sollen.“ Hohe Millionenerben wolle er hingegen in Zukunft stärker besteuern. Und natürlich stellt sich Kaweh Mansoori klar gegen rechte Hetze und Intoleranz. Die SPD werde Hetze und Radikalisierung immer etwas entgegensetzen, ein Bollwerk mit drei Buchstaben. „Unsere Tradition verpflichtet uns dahingehend. Wer Hass, Spaltung und Hetze für ein probates Mittel hält, muss in uns einen entschiedenen Gegner finden.“ Es werde kein leichter Wahlkampf für die SPD, ist sich Mansoori sicher. Doch müsse die älteste Partei Deutschlands sich endlich wieder aufraffen und Politik aus einem Guss machen. „Wir haben in der Vergangenheit zu wenig entschieden, weil wir Angst hatten, Leuten auf die Füße zu treten.“ Das müsse sich grundlegend ändern, fordert Mansoori. Die SPD werde davon profitieren, Politik zu machen, die ihre Ecken und Kanten hat und nicht jedem gefällt. Dazu will er die Genossen für den anstehenden Wahlkampf aufrufen. Zum Dank für den Besuch in der Quellenstadt und die beeindruckende Rede überreichen Udo Landgrebe, Mirjam Fuhrmann und Lucia André dem jungen Politiker ein Buch. Die SPD hat zudem noch weitere spannende Abende geplant: Am 20. Oktober wird Rouven Könnter, Erster Beigeordneter des RVB im Kultur- und Sportforum über die Mobilitätswende sprechen. Im Februar kommenden Jahres besucht Franz Müntefering zum SPD-Bürgerempfang die Quellenstadt.

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