Besser werden – mit mehr bezahlbarem Wohnraum!

Beate Giebel

Wohnen ist in Bad Vilbel ein schwieriges Thema. Die Preise für Eigentum und Miete steigen immer weiter, ein Ende ist nicht in Sicht. Die SPD Bad Vilbel möchte in der nächsten Legislaturperiode dagegen etwas unternehmen und tut auch jetzt schon einiges für die sinnvolle Nutzung von Vilbeler Wohnraum.

 Christian Kühl, Fraktiosvorsitzender der SPD Bad Vilbel und zuständig für das Thema Wohnen und Bauen, fasst das Problem kurz und knapp zusammen: „Bad Vilbel hat große Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Trotz Initiativen der Opposition, denn günstige Wohnungen seien von der Mehrheit bestehend aus CDU und FDP einfach nicht gewollt. „Wir müssen schauen, dass es in Bad Vilbel nicht zu einer Verdrängung kommt. Da gibt es verschiedene Mechanismen, auf die wir in unserem Wahlprogramm eingehen“, weiß Kühl. Beate Giebel ist Mitglied des Ortsbeirats Kernstadt und kandidiert für die SPD auf Listenplatz acht. Auch sie äußert sich besorgt: „In Bad Vilbel ist es einfach zu teuer. Mittlere oder kleinere Einkommensgruppen müssen oft die Hälfte ihres Nettoverdienstes oder mehr für Miete aufbringen.“ 1500 Wohnungen wurden in jüngster Zeit in Bad Vilbel gebaut. Die meisten davon seien allerdings sehr hochpreisig, moniert Spitzenkandidat Bernd Hielscher. „Für den Normalverbraucher sind das keine Optionen. Und als Feigenblatt für diese Tatsache hat die Stadt 73 Wohnungen in der Konrad-Adenauer-Allee gebaut, davon sind ganze 41 Wohnungen für einen Mietzins von unter zehn Euro vermietet“, weiß er. Viel zu wenig, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in der Quellenstadt zu decken. Zudem hätten diese Wohnungen Staffelmietverträge, werden also immer teurer. „Die Stadt nennt das gerne Inflationsausgleich“, schmunzelt der Spitzenkandidat der SPD Bad Vilbel. Ein weiteres Problem ist allerdings klar: Denn Bad Vilbel gehen mehr und mehr die Flächen aus. „Da ist nicht mehr viel frei, wo günstige Wohnungen gebaut werden könnten“, meint Hielscher. Seine Partei plädiere deshalb dafür, in Zukunft mit der Baugenossenschaft deutlich stärker zu kooperieren, denn diese hält die Mieten in den eigenen Gebäuden niedrig. „Das ist ein Vorteil, der langfristig Perspektive hat“, findet Hielscher. Generell sollte die Stadt darauf achten, neue Wohnungen in städtischer Hand zu behalten, denn Investoren versuchen natürlich, möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Die Stadt hat dabei kaum bis keine Kontrolle über die aufgerufenen Preise. Christian Kühl ergänzt: „Wenn die Stadt ein Vorkaufsrecht bei frei werdenden Immobilien hat, sollte sie das unbedingt ausnutzen. Gerade, da die Baugrundstücke rar sind.“ Auch könnten Grundstücke in Erbpacht zu einem niedrigen Zinssatz von einem oder eineinhalb Prozent vergeben werden. Somit würden die Flächen in Besitz der Stadt bleiben und fallen keinen Immobilienspekulationen zum Opfer. Und die Sozialdemokraten sehen noch weitere Möglichkeiten, um die Wohnsituation in Bad Vilbel für Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen zu verbessern: „In unserem Wahlprogramm steht, dass wir Betriebswohnungen fördern wollen und Hausbesitzer von Flachbauten bei der Aufstockung ihrer Häuser unterstützen wollen. Wir sehen das als gute Option für mehr bezahlbaren Wohnraum“, zählt Beate Giebel weiter auf. Und bestehender Wohnraum könnte noch eine weitere Chance bieten: Derzeit treibt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) bereits das Projekt „Wohnen für Hilfe“ voran. Sinn hiervon ist es, dass ältere Menschen, die möglicherweise ganz allein in großen Häusern leben, ihre Räumlichkeiten zu guten Konditionen untervermieten und dafür von ihrem neuen Untermieter Unterstützung im Alltag erhalten. Die Themen Bauen und Wohnen sind wichtiger Bestandteil des Wahlprogramms der SPD Bad Vilbel für die Kommunalwahl am 14. März 2021.