Besser werden – Miteinander und Füreinander in Bad Vilbel

Mirjam Fuhrmann

Die Corona-Pandemie hat unter anderem aufgedeckt, wie die Gesellschaft mit Menschen umgeht, die sich privat oder beruflich für die Gemeinschaft einsetzen. Erzieher, Pfleger, Ehrenamtliche sind nur drei Gruppen, für die die SPD Bad Vilbel in Zukunft mehr Respekt fordert. Das beweisen die Sozialdemokraten in ihrem Wahlprogramm für die anstehende Kommunalwahl.

Lucia André kandidiert auf Listenplatz sechs für die Stadtverordnetenversammlung und ist stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins in Bad Vilbel. Als Altenpflegerin liegen der erfahrenen Kommunalpolitikerin soziale Themen ganz besonders am Herzen, angefangen bei den Jüngsten: „Kindergartenplätze sind ein dringliches Problem. Der Bedarf ist enorm“, weiß André. Zwar sind Ü3-Plätze mittlerweile vom Land finanziert, doch U3-Plätze sind immer noch unverhältnismäßig teuer. „Hier brauchen wir eine Absenkung der Gebühren“, findet die Vilbele

Lucia André

rin. In Frankfurt funktioniere das gut. Betreuung von kleinen Kindern muss auch für Geringverdiener,  Auszubildende oder Studenten bezahlbar sein. Mirjam Fuhrmann kandidiert ebenfalls für die Stadtverordnetenversammlung und sieht ein weiteres Problem: „Die Qualität Vilbeler Kitas soll gleich bleiben oder verbessert werden, aber Personal zu finden, wird immer schwieriger“, weiß sie. Das liege daran, dass die ohnehin zu wenigen pädagogischen Kräfte von Frankfurt oder Bad Homburg abgeworben werden, die deutlich besser bezahlen, als die Vilbeler Kitas. Zwar gäbe es in Bad Vilbel das Stipendium für Erzieher, deren Ausbildung in der Regel leider als unbezahlte Praktikanten erfolgt, aber eine Bindung an den Arbeitgeber für zwei Jahre löst das Problem der konkurrierenden Nachbarkommunen nicht.“Die regierenden Parteien weigern sich bisher vehement nachzubessern“, erklärt Fuhrmann. Und auch ruhige Orte in den eher ländlichen Regionen der Wetterau bieten für Erzieher bessere Bedingungen als Bad Vilbel. „Wer in so einem Ort das gleiche verdient wie hier, aber dort nur einen Bruchteil für eine Wohnung bezahlen muss, zieht dann doch lieber aufs Land.“ Doch nicht nur mit besseren Kita-Bedingungen sollen es Vilbeler Familien künftig einfacher haben, wenn es nach der SPD geht. „Uns liegen Familienzentren sehr am Herzen und wir befürworten solche Angebote, wie das im Quellenpark nun realisiert wird“, so SPD-Spitzenkandidat Bernd Hielscher. Dort entsteht im selben Gebäude mit zwei Kindertagesstätten ein Familienzentrum, das zum Teil von der Stadt geleitet, aber auch vom Familienzentrum der Christuskirchengemeinde betreut wird. „Das wünschen wir uns in jedem Stadtteil“, sagt Hielscher. „Es muss dann kein Angebot sein, welches jeden Tag acht Stunden mit Personal vor Ort vertreten ist. Aber ein Anlaufpunkt für Familien, die ein Problem haben.“ Die Mehrheitsfraktionen haben einen entsprechenden Vorstoß der SPD bereits abgelehnt. „Das ist unbefriedigend. Da hätten wir uns ein anderes Vorgehen gewünscht“, moniert Hielscher. Familien werden zudem von einer weiteren Idee der Vilbeler Sozialdemokraten profitieren: „Wir möchten, dass Bad Vilbel es Frankfurt gleich tut und Kindern und Jugendlichen freien Eintritt ins Freibad ermöglicht.“ In der Mainmetropole dürfen seit 2019 Kinder bis 14 Jahre kostenlos in alle Bäder. Die Förderung und Würdigung von Ehrenamt ist ein weiterer großer Punkt im Wahlprogramm der SPD. Mirjam Fuhrmann meint: „Die Gesellschaft steht und fällt mit Ehrenamtlichen. Die Vereine in Bad Vilbel machen einen tollen Job und es gehört sich einfach, Danke zu sagen.“ Die SPD verspricht deshalb im Wahlprogramm die Einführung einer Ehrenamtskarte. Diese könnte an Ehrenamtliche ausgegeben werden und den Besitzern freien oder vergünstigten Eintritt beispielsweise zu den Burgfestspielen, in das Freibad oder zu Veranstaltungen in der Alten Mühle ermöglichen. „Ehrenamtliche arbeiten aus Herzblut und nicht, um etwas dafür zu erhalten. Trotzdem fänden wir es wichtig, damit Danke zu sagen und etwas zurückzugeben“, so Fuhrmann.