Besser werden – Verkehrspolitik in Bad Vilbel neu gestalten

Tom Rademacher

 

Viele Vilbeler sind von den Entwicklungen beim Vilbus nicht begeistert. Nach der Umstellung vor rund zwei Jahren fühlen sich weiterhin vor allem ältere Bewohner abgehängt. Die Bad Vilbeler SPD möchte Mobilität und Verkehr in der Quellenstadt künftig auf eine neue Stufe heben und hat dafür zahlreiche Vorschläge im Programm.

Beim Umdenken ist die Jugend gefragt, weshalb der erst 21-jährige Janis Ahäuser und der 20-jährige Tom Rademacher sich dem Thema Mobilität angenommen haben. Rademacher ist Juso-Sprecher und kandidiert für die Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeirat Gronau, so auch Janis Ahäuser. „Man sieht ja jeden Tag, vor welchen Problemen wir bei diesem Thema stehen. Der morgendliche und abendliche Strom nach Gronau zum Beispiel gehört mittlerweile zum Stadtbild“, moniert er. Die Attraktivität des ÖPNV müsse langfristig steigen, um dem massiven Individualverkehr etwas entge

gensetzen zu können. „Beim Vilbus sind in der Vergangenheit Haltestellen gestrichen worden, oft sind die Busse sehr voll und die Abfahrtszeiten sorgen für langes Warten“, erklärt Tom Rademacher. Kontraproduktiv. „Hier wurde die Chance verspielt, etwas zu verbessern. Man ist eher einige Schritte zurück gegangen, statt nach vorne“, fährt er fort. Und genau hier wollen die beiden Jusos ansetzen. „Gerade in den äußeren Stadtteilen sollte der Bus zu attraktiveren Zeiten fahren. Auch die Preise sollen den Bus zu einer besseren Alternative machen.“ Für einen Euro können Vilbeler dann durch das gesamte Stadtgebiet kommen, zudem könnten die Buslinien auf elektrische Fahrzeuge umgestellt werden. Doch nicht nur das Ein-Euro-Ticket planen die Sozialdemokraten, auch soll die Taktung wieder erhöht werden: „Es ist einfach nicht vertretbar, wenn ein Bus nur alle Stunde fährt. Wer damit zum Einkaufen fahren will, muss oft ewig warten“, findet Ahäuser. Viele der Vilbeler Supermärkte würden außerdem ein ganzes Stück von der nächsten Bushaltestelle entfernt liegen. Auch das sei definitv nicht nutzerfreundlich. Und das Fahrrad soll künftig gestärkt werden, denn Fahrräder stapeln sich morgens am Nordbahnhof geradezu. „Ein Fahrradparkhaus am Nordbahnhof kann da eine attraktive Möglichkeit sein, um von dort gut weiterzukommen.“ Das Fahrrad sei so vor äußeren Einflüssen geschützt und es wären ausreichend Plätze vorhanden. SPD-Spitzenkandidat Bernd Hielscher pflichtet den beiden Jungpolitikern bei: „Wir hatten dazu bereits Anträge gestellt, die von CDU und FDP abgelehnt wurden. Dabei sieht jeder, dass die Plätze

am Nordbahnhof nicht ausreichen.“ Ebenso stört ihn das jetzt erst vor den Wahlenvon den Stadtwerken und der CDU ins Leben gerufene Car-Sharing-Prinzip „Vil-Car“. „Wir hatten das vor Jahren schon in die Diskussionen eingebracht, sind aber auf taube Ohren gestoßen“, beschwert sich Bernd Hielscher. „Wir begrüßen diesen Vorst